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 Forschungsprojekt
 

Umfangreiche Förderung für RAPID-U Konsortium in Finnland und Deutschland

Das Forschungsprojekt RAPID-U, das sich mit der Messung von U-Werten an Konstruktionen in bestehenden Gebäuden mittels eines neuartigen Messprinzips und der wissenschaftlichen Begleitung der Markteinführung der RAPID-U Messgeräte beschäftigt, wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über den Projektträger Jülich sowie von Business Finland (früher TEKES) umfangreich gefördert. Weitere Unterstützung erhält das Projekt auf finnischer Seite von der Gesellschaft für technische Weiterentwicklung und Forschung (TUF), dem Ministerium für Umwelt aus Finnland, der finnischen Immobilien Föderation (Kiinteistöliitto) und der finnischen Gesellschaft der Gebäudeeigentümer und Bauherren (RakLi).

Das RAPID-U Konsortium wird von ARCADA, dem Erfinder der Messinstrumente, koordiniert. Weitere Forschungspartner sind die Technische Universität Tampere (Lehrstuhl Bauphysik) und das Unternehmen Raksystems Insinööritoimisto Oy in Finnland, sowie das FIW München für die Forschungsaktivitäten in Deutschland. Die umfangreichen Feldtests und Schulungsmaßnahmen werden vom Deutschen Energieberater Netzwerk DEN e.V. im Unterauftrag des FIW München übernommen und über das Netzwerk des DEN von zertifizierten Energieberatern an ausgesuchten Praxisobjekten umgesetzt. Die gesamte Fördersumme beträgt ca. 1,5 Mio. Euro bei einer Projektlaufzeit von zwei Jahren.

Die größte Herausforderung für schnelle U-Wert Messungen an bestehenden Gebäuden sind die verschiedenen Wandkonstruktionen der Baualtersklassen, von historischen Gebäuden früherer Jahrhunderte bis zu aktuellen Neubaukonstruktionen. Aus diesem Grund zielt das RAPID-U Projekt darauf ab, die Grenzen für die Messung zu untersuchen, die sich aus der thermischen Trägheit der Bauteile und veränderlicher Außentemperatur ergeben. Zudem erschweren Baufeuchte und anisotrope Bauteilaufbauten die Messungen und müssen in den Messrichtlinien berücksichtigt werden. Die Anwendungsgrenzen des Verfahrens werden an großformatigen Bauteilen in den Laboren des FIW München untersucht bzw. durch Vergleichsmessungen an Gebäuden mit RAPID-U Sensoren und Wärmestrommessplatten validiert. Die Ergebnisse der Labor- und In-Situ-Messungen fließen in das detaillierte Anwendungshandbuch ein, um möglichst präzise U-Wert-Messungen sicherzustellen.

„Erfahrungen mit Messungen bekommt man nicht durch das Lesen von Anleitungen und Richtlinien, sondern durch das tägliche Arbeiten mit den Instrumenten. Daher werden wir einen nennenswerten Teil unserer Forschungsarbeit den Messungen Vor-Ort und dem Training der Experten widmen“, sagt Dr. Mikael Paronen, Erfinder des RAPID-U Geräts und Patentinhaber. Hierfür ist es notwendig die bereits vorhandenen finnischen Trainingsinhalte auf die deutschen Bedürfnisse abzuändern und diese mit den neuen Erkenntnissen aus den Labor- und Feldmessungen zur thermischen Trägheit zu ergänzen. Daran schließt sich dann das deutschsprachige Training einiger ausgewählter Experten an. „Alle Aktivitäten des Projekts dienen der erfolgreichen Verbreitung der RAPID-U Messungen und folgen praktischen Erwägungen, wie das Finetuning der Messinstrumente für eine einfachere Verwendung oder die Entwicklung der Messdatenerfassung bis hin zur Erstellung der Berichte“, sagt Paronen.

Tatsächliche Werte der Dämmqualität von Bauelementen können nur durch Messungen gewonnen werden. Daher kann ein erfolgreiches RAPID-U Forschungsprojekt wegweisend für die Immobilienwirtschaft bei ihrem Anteil am Kampf gegen den Klimawandel sein. Tatsächliche U-Werte können die Basis für Energieausweise, Sanierungsplanungen mit verminderten Risiken, Qualitätskontrollen ausgeführter Dämmarbeiten und Lokalisierung von Feuchte sein.

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Weitere Informationen von Christoph Sprengard:

Christoph Sprengard
Sprengard@fiw-muenchen.de
Tel.: +49 89 85800-58